Beziehungs- und Paarberatung

"Eine Beziehung zu einem Menschen baut man nicht in Tagen, Wochen oder Monaten auf, sondern in  Momenten."

Verfasser unbekannt

Liegen im Gras

Warum Du nicht für immer verliebt sein möchtest

Kannst Du Dich noch an das Gefühl erinnern, als Du das letzte Mal so richtig verliebt warst? Vielleicht liegt es schon viele Jahre zurück, oder Du steckst vielleicht noch mittendrin. Das pure Glück bebt förmlich im Körper und Du fühlst Dich mit dem Partner oder der Partnerin endlich vollständig und vollkommen. „Wir beide gegen den Rest der Welt.“ Doch diese Phase, so berauschend sie auch sein mag, ist trügerisch. Sie hat weder etwas mit einer wirklichen Liebesbeziehung, noch mit gegenseitiger Achtung und Wertschätzung zu tun. Sowohl biologisch als auch psychologisch ist die Phase des körpereigenen Drogenrausches inzwischen sehr gut wissenschaftlich untersucht. Das Hauptproblem: Im Rahmen der Verliebtheitsphase sieht man sein Gegenüber nicht wirklich, sondern betrachtet nur eine idealisierte Illusion, genährt aus den eigenen Sehnsüchten und Bedürfnissen. Man läuft also nicht einem Menschen nach, sondern nur einem Gefühl, welches dieser Mensch in mir auslöst. Die sogenannte „Rosarote Brille“ fungiert mehr oder weniger als Spiegel zu einem selbst und der Partner/ die Partnerin wird zum Objekt eigener Erwartungen und Sehnsüchte:

„Endlich habe ich mein Glück gefunden. Jetzt bin ich erst vollständig. Mein Partner/ meine Partnerin wird mir Erfüllung sowie mein Leben zum Strahlen bringen. Auf Dich habe ich mein Leben lang gewartet.“

 

Diese einseitige Projektion eigener idealisierter Wünsche und Vorstellungen funktioniert deshalb nur so gut, weil beide Partner gleichsam diesem intensiven Gefühlsrausch verfallen. Doch wir alle wissen, wie schnell das (illusorische) Glück verloren geht. In der Biologie geht man von einer maximalen 18monatigen Verliebtheitsphase aus. Der Hormon- und Endorphinhaushalt pegelt sich langsam wieder auf Normalzustand ein. Im Ergebnis kann so mancher ein regelrechtes "Erwachen" erleben. Denn der Blick auf sein Gegenüber ist nun unverstellt und wahrhaftig. Und jetzt kommt es darauf an: Bemühe ich mich den anderen wirklich kennenzulernen, mit all seinen Gefühlen und Bedürfnissen? Oder drängt sich der Wunsch nach Trennung auf, um woanders die Gefühle zu suchen, denen ich die letzten Monate so eifrig hinterhergelaufen bin?   

 

Bitte versteh' mich nicht falsch. Das Verliebtsein ist etwas wundervolles, poetisches, was man ruhig in vollen Zügen genießen darf. Aber man muss sich im klaren darüber sein, dass diese Zeitspanne noch rein gar nichts mit einer eventuell langfristigen Liebesbeziehung zu tun hat. Die Qualität einer späteren Paarbeziehung bemisst sich daran, wie gut sich die Partner aufeinander beziehen können, sowohl auf der verbalen, als auch auf der Handlungsebene. Genau das bleibt allerdings im Alltag sehr häufig auf der Strecke. Doch lass' uns zunächst mit einer anderen Frage fortfahren:

 

Wärst Du auch alleine glücklich und zufrieden?

Nimm' Dir etwas Zeit bei der Beantwortung dieser wichtigen Frage. Wie lange in Deinem Leben hast Du schon alleine gelebt? Wie schnell warst Du nach einer Trennung wieder in einer neuen Beziehung? Im übrigen gelten alle Fragen natürlich gleichsam für Dein Gegenüber. Beide Beziehungspartner müssen sich im Klaren darüber sein, welche Erwartungen sie an den anderen und an die Beziehung herantragen. Wenn ich, ähnlich der Verliebtheitsphase, die eigene innere Leere mit einer Beziehung zu füllen versuche, ist es für den Partner eine nicht realisierbare Herausforderung. Der Beziehungspartner sollte und kann schließlich nicht die Funktion eines "Retters" oder "inneren Heilers" erfüllen. Eigene Erwartungshaltungen sind den Paaren sehr selten bewusst, gleichwohl sie in Konflikten sehr offensichtlich an die Oberfläche treten können. Aber dazu später mehr.

Selbstentwicklung vs. Paarentwicklung

Eine Paarbeziehung ist ein komplexes Konstrukt aus verschiedenen Systemen, die miteinander interagieren. Die Abbildung "Ich und der Mensch neben mir" veranschaulicht eine ideale Konstellation:      

Zwei eigenständige Menschen begegnen sich und bilden eine gewisse Schnittmenge in Form einer, auch nach Außen hin erkennbaren, Partnerschaft. Diese Schnittmenge nenne ich die "Zone der gelingenden Kompromisse", in welcher sich die unterschiedlichen Werte, Bedürfnisse und Ziele in Form eines neuen Systems harmonisieren. Für das Gelingen dieses Prozesses ist es sehr wichtig, die Partnerschaftszone so langsam und achtsam wie nur möglich wachsen zu lassen, um vorschnelle Abhängigkeiten oder die Aufgabe eigener Lebenskomponenten zu vermeiden. Denn das "zurückerobern" eigener Freiheiten ist in jedem Fall kraftzehrender und konfliktträchtiger, als sich einfach in die Beziehung "fallen zu lassen". Ein Mensch mit einem sehr starken Ego wird dagegen nicht so schnell in Versuchung kommen, sich fallen zu lassen. Im Gegenteil: Kompromisse scheinen unerreichbar und können immer wieder zum Gegenstand massiver Konflikte werden. Eine gelingende und gesunde Paarentwicklung setzt demnach ein hohes Maß an Bewusstheit beider Menschen über die eigenen Werte und Bedürfnisse voraus. 

Doch wie steht es um die eigene Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung in einer gesunden Beziehung? Die sollte ganz klar auch weiterhin die wichtigste Deiner Lebensmissionen bleiben. So bitter es klingt: Beziehungen sind Teil des Lebensflusses, sie können sich auseinanderleben, sich als nicht zufriedenstellend oder gar unglücklich erweisen und zerbrechen. Doch das eigene Leben bleibt, und sollte, egal in welcher Lebenskonstellation man sich auch befinden mag, stets mit höchster Wertschätzung betrachtet werden. Das mag einerseits egoistisch klingen, doch andererseits profitieren alle Beziehungen um Dich herum, von einem zufriedenen Geist. Eine positive und wertschätzende Beziehung zu Dir selbst, bleibt die Grundvoraussetzung gesunder Beziehungen nach Außen. Im empfehle Dir dazu meinen Text zur Persönlichkeitsentwicklung. Außerhalb der Zone gelingender Kompromisse befinden sich jeweils ganz eigene Wertevorstellungen, Bedürfnisse, Lebensziele oder auch persönliche Grenzen, die es gegenseitig zu achten und zu respektieren gilt. Die unabhängige Entwicklung dieser Bereiche kann natürlich auch dazu führen, dass die Beziehung an Wert verliert, und die Schnittmenge kleiner wird. Aber auch das ist in Ordnung und muss bewusst wahrgenommen und akzeptiert werden. Es bleibt daher wichtig, die eigene Paarbeziehung stetig zu überprüfen und gegebenenfalls, im Rahmen eines wertschätzenden Kommunikationsprozesses,  anzupassen. Folgende Fragestellungen können dabei helfen, über unbewusste Haltungen und Erwartungen gegenseitige Klarheit zu gewinnen:  

  • Welche Einstellung/ Haltung habe ich generell zu Partnerschaft?

  • Welche Einstellung/ Haltung hat mein Gegenüber zu Partnerschaft?

  • Welche Grenzen möchte ich in meiner Beziehung setzen?

  • Welche Grenzen möchte mein Gegenüber setzen?

  • Welche zentralen Werte und Ziele sollen mein Leben leiten?

  • Welche zentralen Werte und Ziele leiten das Leben meines Gegenübers?

  • Können wir aus unseren unterschiedlichen Zielen und Werten eine Schnittmenge gelingender Kompromisse ableiten, die uns immer noch beide zufrieden stellen kann?      

Das Pendel zwischen Nähe und Distanz

Im Folgenden möchte ich noch einmal genauer auf das empfindliche Gleichgewicht von Nähe und Distanz eingehen. Über die generelle Abgrenzung der Schnittmenge zu dem eigenen unabhängigen Leben, habe ich bereits geschrieben. Doch wie können mögliche Konstellationen des Ungleichgewichtes konkret aussehen und wie wirken sie sich auf die Beziehungsgestaltung aus? In der folgenden Abbildung habe ich Dir drei typische Formen von unguten Nähe- und Distanzverhältnissen dargestellt, die mir in meiner Beratung immer wieder begegnen:

Die Verschmelzung:

Wenn beide Partner ihre jeweiligen Leben zugunsten des anderen aufgeben, verschmelzen sie förmlich miteinander zu einer einzigen Sphäre gelingender Kompromisse. Was sich im ersten Moment vielleicht romantisch und märchenhaft anhört, ist in Wirklichkeit allerdings eine sehr gefährliche Konstellation. In der Psychologie spricht man in diesem Fall von einer "Überharmonisierung". Das Ergebnis ist eine totale Abhängigkeit voneinander, die eigenständigen Lebensentwürfen keinen Platz mehr bietet. Eine persönliche Entwicklung, die Idee von Glück und Zufriedenheit ist ausschließlich im "Wir" möglich. Dass daran auch die sozialen Kontakte im Außen leiden, wird spätestens dann deutlich, wenn plötzlich und unerwartet eine Trennung bevorsteht. Die vernachlässigte Selbstverantwortung für das eigene Leben, kann schnell in eine von Ohnmacht und Orientierungslosigkeit geprägte depressive Verstimmung führen. Der Ausweg für viele: Ein neuer Partner, mit dem man wieder vollständig verschmelzen kann. 

Das Ungleichgewicht:

Und dabei kann es auch ausreichen, einen Partner zu wählen, der seinem eigenen Leben durchaus Priorität einräumt. Die Selbstaufgabe des eigenen Lebens, ist in einer solchen Beziehung sehr einseitig ausgeprägt und daher im Ungleichgewicht. Eine solche Dysbalance kann für verschiedene Konstellation sehr funktional sein: Dominanz trifft auf Unterwerfung, Hingabe trifft auf Ignoranz, Geliebt werden trifft auf Kontrolle. Mit funktional meine ich, dass hierbei gegenseitige Erwartungen zusammentreffen, die sich ergänzen und erfüllen können. Ich meine nicht, dass solche extremen Formen von Bedürfnisorientierung für die Beteiligten auf Dauer gesund sein werden.

 

Das Nebeneinander:      

Viele Paare fühlen sich in der Distanz zueinander wohler. Je kleiner die Schnittmenge der Kompromisse ist, desto mehr Spielraum haben die Partner in ihren jeweiligen Lebensräumen. Im Ergebnis gibt es oftmals seltener Konflikte, weniger Erwartungen (bzw. Enttäuschungen) und nur ein kleines Regelwerk, auf welches man sich verständigt hat. Die Beziehung ähnelt einer tiefen freundschaftlichen Verbundenheit. Je extremer die Distanz gelebt wird, desto größer ist die Gefahr, dass man sich gänzlich auseinanderlebt. 

 

Die hier dargestellten Beziehungsformen sind natürlich in sehr extremer Form überzeichnet, um die Abgrenzungen besser zu verdeutlichen. Wichtig ist vor allem, dass die Beziehungspartner sich im klaren darüber sind, welche Form des Zusammenlebens sie leben und welche Bedeutung damit einhergeht. Nur dann ist es möglich, die Gründe auftretender Konflikte zu beleuchten sowie erste weitere Schritte und Konsequenzen abzuleiten.  

Momente gelingender Beziehung... 

Was Du sofort tun kannst

Eines geht im Beziehungsalltag sehr häufig und schnell verloren: Den anderen als ganzheitlichen Menschen wahrzunehmen und nicht als selbstverständlich zu betrachten. Beziehung heißt, sich aufeinander zu beziehen, den anderen spüren lassen, dass er wertvoll und beachtenswert ist. Und das bestenfalls nicht nur verbal, wenn das "Ich liebe Dich" womöglich bei dem anderen wie "Guten Appetit" ankommt, sondern direkt auch auf der Handlungsebene. In meinem Blog-Artikel "8 kleine Dinge, die in Deiner Beziehung Großes bewirken können", gebe ich Dir Möglichkeiten an die Hand, wie Du noch heute damit anfangen kannst, gelingende Beziehungsmomente zu schaffen. Lass' mich gerne wissen, ob die eine oder andere Inspiration hilfreich für Dich war.

Wie ich Dir und Euch helfen werde

Die Entscheidung zu einer Paarberatung fällt nie leicht. Doch die bloße Erwägung, mich als außenstehenden Beraterin hinzuzuziehen, zeigt bereits, wie wichtig Dir und Euch das Anliegen einer (vielleicht schnellen) Veränderung ist. Und die besteht, je nach Auftrag, nicht immer im "Prinzip Hoffnung". An Beziehungen werden im Allgemeinen hohe Erwartungen geknüpft. Die Idealvorstellungen einer Partnerschaft sind mit den Anforderungen des Alltags jedoch oftmals schwer in Einklang zu bringen. Im Rahmen meiner Beratung werden wir Eure gegenseitigen Idealvorstellungen beleuchten sowie Eure Erwartungen hinterfragen, und entwerfen gemeinsam einen realistischen Blick auf die momentane Beziehungssituation. Die Schaffung von Bewusstheit und Klarheit, ohne gegenseitige Vorwürfe, Anschuldigungen oder Anfeindungen ist die Grundvoraussetzung für einen solchen Prozess. Natürlich ist es hilfreich, wenn beide Partner sich dieser Herausforderung annehmen. Doch auch wenn Dein Gegenüber (noch) nicht bereit ist, kannst auch Du für Dich alleine, Klarheit über Dich und Deine Beziehung erhalten.  

 

Ich werde Dir und/oder Euch helfen, wenn...

  • Ihr verstehen möchtet, warum es bei Euch ständig zu immer denselben Streitereien und gegenseitigen Vorwürfen kommt

  • Ihr wieder miteinander, anstatt gegeneinander sprechen möchtet

  • Ihr den Wunsch habt zu klären, ob die Beziehung/ die Liebe noch eine Chance hat

  • Ihr Euch in der Beziehung entfremdet und auseinandergelebt habt 

  • die Freude am gemeinsamen Leben verloren gegangen ist

  • Ihr herausfinden möchtet, was Euch (noch) verbindet 

  • eine Außenbeziehung oder ein Seitensprung Eure Beziehung schwer belastet

Oder aber auch, wenn es Euch einfach mal darauf ankommt, einen außenstehenden Blick auf Euch und Eure Beziehung zu werfen, um wieder neuen "Schwung" in's Miteinander zu bringen. 

Es ist an der Zeit auf die Stimme Deines Herzens zu hören. Möchtest Du mich ganz  unverbindlich kurz kennenlernen und einige Fragen loswerden, dann füll' einfach das Kontaktformular hier aus. Ich rufe Dich daraufhin gerne an, um alles weitere zu besprechen.    

 

Übrigens: Falls Ihr beide gleichzeitig an der Beratung teilnehmen werdet, ist es erfahrungsgemäß von Vorteil, wenn jeder über einen eigenen Zugang zu einem medialen Endgerät verfügt.

Meine Buchempfehlungen zum Thema Paarberatung für Dich:

Ich freue mich auf Dich!

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Kontakt

E-Mail: info@maria-herrmann-therapie.de

Tel.: +49 (0) 1627813312

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