Mental fit und gesund trotz Lockdown- ich verrate Dir meine Strategien

Die ganze Welt ist seit Monaten im Dauerausnahmezustand. Eine solche Situation über alle nationalen Grenzen hinweg ist historisch einmalig und wird uns auch nach der Krise sicherlich noch eine lange Zeit beschäftigen.

Gefühle der Angst und Unsicherheit grassieren im ganzen Land. Während die einen sich um die eigene Gesundheit und um die ihrer Nächsten ängstigen, sorgen sich Andere um unsere Grundrechte sowie demokratischen Strukturen. Einigen Menschen denen ich privat und beruflich begegne, ist jetzt schon ein gewisser seelischer Schock anzumerken. Gesamtgesellschaftlich wird uns dieses Trauma sicherlich nach noch bis in die nächste Generation begleiten.


Fakt ist: Nur noch sehr wenig ist seit März 2020 wie zuvor. Die Welt scheint kopfzustehen. Doch wie soll man in einer solchen Lage einen klaren und vernünftigen Verstand bewahren. Von der Politik und den Massenmedien ist in dieser Hinsicht nicht viel zu erwarten. Es wird einfach durchgängig die Klaviatur der Panik und Angstverbreitung gespielt. Doch Angst ist bekanntlich nie ein guter Ratgeber, und schon gar nicht, wenn es um unser Immunsystem und unsere mentale Verfassung geht. Hinzu kommt, dass viele Menschen quasi über Nacht unfreiwillig in ein neues Lebenskonzept übergegangen sind, sei es in Form von Kurzarbeit, Home-Office oder des gänzlichen Verlustes ihres Arbeitsplatzes bzw. ihrer Existenz.


Das soziale Miteinander erlebt neue Belastungstests. Alleinlebende Menschen vereinsamen, Partnerschaften und Familienstrukturen müssen sich neu finden. Diese unfreiwilligen Veränderungen und Einschränkungen schaffen, wie alles im Leben, sowohl Chancen als auch neue Konfliktpotentiale. Daher ist es sowohl für Dich als auch Dein Umfeld von enormer Bedeutung, aktiv auf Deine mentale und körperliche Verfassung zu achten.


Im Folgenden zeige ich Dir meine Strategien auf, um den Lockdown bestmöglich für das eigene Wohlbefinden nutzen zu können. Los geht’s:


Punkt 1: Fasten


Wie bitte? Fasten? Ich darf in keine Restaurants, kann mich keine 15 km von zu Hause wegbewegen und jetzt soll ich auch noch auf mein Essen verzichten? Ganz genau! :-) Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Eine ein- oder zweiwöchige Fastenphase entgiftet den Körper und entlastet das gesamte Verdauungssystem auf eine Weise, wie es sonst nicht möglich wäre. Auch mental tut sich im Laufe der Fastenzeit einiges. Der Geist wird ruhig und fokussierter. Nach einigen Tagen sind automatisierte Griffe Richtung Kühlschrank und abendliche Gelüste nach Knabbertüten eliminiert. Das Gespür für den eigenen Körper wächst. Man könnte sagen, Fasten ist der „Great Reset“ des eigenen Organismus. Studien, welche die gesundheitsfördernden Wirkungen des Fastens bestätigen, gibt es unzählige. Doch am besten, man spürt es selbst.

Wenn Du schon einmal gefastet hast, dann weißt Du auch, wie wichtig es ist, sich ein paar Tage dafür frei zu schaufeln. Inmitten des Hamsterrades ist Fasten keine wirklich gute Idee. Gerade in den ersten Tagen der Umstellung sollte man viel Zeit nur für sich selbst einplanen, zum Ausruhen, spazieren gehen oder meditieren. Und hier liegt meist die Krux an der Sache. Mit einem stressigen Vollzeitjob ist Fasten schwer vereinbar, doch den wertvollen Jahresurlaub dafür zu nutzen scheint dann doch eher abwegig. Also ist jetzt die perfekte Gelegenheit für Dich eine Fastenphase anzugehen. Es lohnt sich!


Punkt 2: gesundes Essen


Gerade nach dem Fasten hat der Geist einen natürlichen Drang zu einer gesunden und frischen Ernährungsweise. Zeit also, um mal wieder in Deinen Lieblingsblogs nach tollen neuen Rezeptinspirationen zu suchen. Denn wertvolle Inhaltsstoffe hin oder her: Selbstgekocht schmeckt es immer am besten.

Und ob alleine oder als Familie ist Kochen in der Lockdown-Zeit eine prima Möglichkeit, sich zu erden und die eigenen Sinne zu stimulieren. Abseits des gewöhnlichen Arbeits- und Alltagsstresses gibt es gerade keine Notwendigkeit mehr, im Rahmen kurzer und knapper Mittagspausen auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Lass' gesunde Ernährung zu Deiner "neuen Normalität" werden und hole Dir ein Stück Lebensqualität zurück.


Punkt 3: Kalt duschen


„A cold shower a day, keeps the doctor away.“ So oder so ähnlich lautet ein englisches Sprichwort. Und die Funktion dahinter ist so einfach wie genial. Durch den Kältereiz auf Deiner Haut verengen sich die Blutgefäße, Du atmest tiefer ein, es gelangt mehr Sauerstoff ins Blut und Dein gesamtes Kreislaufsystem kommt so richtig in Schwung. Regelmäßiges kaltes Duschen trainiert langfristig Deine kilometerlangen und hauchdünnen Gefäßwände. Damit kann Dir die nächste Grippewelle kaum etwas anhaben. Seit ich vor ca. einem Jahr mit dem kalten Duschen begann, hat mich keine Erkältung mehr erwischt.

Am besten duschst Du morgens kalt, um den Frische-Kick anschließend noch so richtig genießen zu können. Fang‘ in der ersten Woche mit lauwarmen Wasser an, und versuche, Dich Tag für Tag ins immer kältere vorzutasten.


Ich dusche anfangs immer eiskalt und lasse das Wasser auch während des Waschens über den Körper laufen. Danach drehe ich die Wassertemperatur auf eine angenehme Temperatur, um meinen Körper wieder zu erwärmen, sodass die Blutgefäße sich weiten können. Abschließend „schrecke“ ich mich dann noch einmal mit eiskaltem Wasser ca. 20 Sekunden lang ab. Das wechselwarme Duschen verstärkt das vaskuläre Training noch einmal deutlich und sorgt für bleibende Frische.


Das für mich interessanteste am Kaltduschen ist jedoch die Tatsache, dass es nur einen sehr geringen Gewöhnungseffekt gibt. Anders ausgedrückt: Ich muss mich jeden Tag bewusst auf’s Neue dazu entscheiden, die Dusche auf kalt zu drehen. Es bleibt immer eine körperliche und mentale Überwindung sich der Kälte zu stellen, auch nach Monaten. Schaffst Du es, diese Routine dennoch beizubehalten, wirst Du nicht nur von einem gut trainierten Immunsystem profitieren, sondern auch von einer gestählten Willenskraft. Jeden Tag ganz bewusst die Komfortzone verlassen. Wie und wo sonst kannst Du das jeden Tag kostenlos innerhalb weniger Minuten in Deinen Tag integrieren?


Punkt 4: Yoga und Meditation


Die positiven Auswirkungen von Yoga auf Körper und Geist sind ja hinlänglich bekannt. Doch zum Einstieg fehlt häufig die Kraft oder die Zeit im hektischen Alltag. Auch ist der erste Schritt in ein Yoga-Studio eine ganz schöne Überwindung: „Wie stelle ich mich wohl an? Bin ich gelenkig genug? Vielleicht mache ich mich lächerlich.“

Doch da die Studios nun sowieso alle geschlossen sind, möchte ich auf ein Yoga-Training hinweisen, welches gänzlich ohne Überwindung genutzt werden kann. Der Youtube Kanal von Mady Morrison ist ein wahres Eldorado für Yoga-Einsteiger wie auch für Profis und Fortgeschrittene. Die qualitativ wirklich gut gemachten Lehrvideos machen Lust, einfach einzusteigen und Fortschritte zu erzielen. Völlig kostenlos und ohne peinliche Vergleiche anderer Kursteilnehmer. Lediglich die Yoga-Matte musst Du selbst beisteuern.



Alle bisher genannten Punkte zielten vor allem auf eine Beruhigung, Fokussierung und Stärkung des Geistes ab. Durch eine Meditationspraxis kannst Du diese Erfahrung nocheinmal intensivieren. Alles, was dazu nötig ist, sind 20 Minuten Zeit ohne garantierte Störungen von Außen. Eine geführte bzw. angeleitete Meditation, ganz egal ob im Sitzen oder Liegen, findest Du hier:


Punkt 5: fernseh- und nachrichtenfreie Tage

Ich habe meinen Fernseher vor ein paar Monaten verkauft. Seither bin ich zusehends überrascht, wie viel mehr Zeit mir insbesondere in den Abendstunden zur Verfügung steht, und die ich ansonsten schläfrig und halb abwesend vor dem Bildschirm verbracht habe. Zeit für Partnerschaft, für Kommunikation, zum Lesen oder einen der vorherigen Punkte. Mein E-Book Reader quillt vor ungelesenen Büchern regelrecht über. Nun nehme ich mir wieder Zeit Wissen anzueignen, anstatt nur passiv zu konsumieren. Für mich lebt es sich einfach schöner so. Und das Beste: mir fliegen nicht ständig die neuesten und düsteren Corona-News um die Ohren. Die Angstmedien erreichen mich nicht mehr.


Ich empfehle Dir natürlich auf keinen Fall, Deinen TV zu verkaufen. Aber zwei oder drei fernsehfreie Tage in der Woche können manchmal Wunder bewirken. Nutze die freie Zeit bewusst nur für Dich oder als Qualitätszeit mit Deiner Familie. Verzichte an diesen Tagen auch auf Nachrichten im Radio. Ein ausgeglichener Geist benötigt keine neuen Infektionszahlen. Konzentriere Dich auf die Dinge im Leben, die Du auch wirklich beeinflussen kannst.


Solltest Du dennoch das Bedürfnis haben, Dich einfach mal "berieseln" zu lassen, dann vielleicht eher mit Dingen die Dir auch mental nützen. Als Beispiel sei hier der Kanal "Ohrinsel" genannt, der verschiedenste positive Affirmationsvideos anbietet. Ich selbst höre mir meine Lieblingsaffirmationen häufig beim Duschen oder auch beim Cool-Down nach dem Joggen an. Auch wenn sich wiederholende suggestive Sätze beim ersten hören etwas merkwürdig erscheinen, so bieten sie unbewusst ein gutes mentales Gegengewicht zu unserem sonstigen Alltag. Beim aktiven Hören, wehrt sich der Verstand oftmals sehr. Daher ist es förderlicher, die Videos unbemerkt im Hintergrund während einer Tätigkeit laufen zu lassen. So gelangen die positiven Gedanken schneller durch die Grenzkontrolle des rationalen Verstandes direkt in unser Unterbewusstsein. Hier ist ebenfalls eine effektive Variante in Form einer Meditation:




Punkt 6: vergessen geglaubte Hobbys


Hast Du noch Dein verstaubtes Saxophon auf dem Dachboden? Gibt es noch ein Puzzle, für welches bisher die Zeit fehlte? War es schon immer Dein Wunsch, mal auf einer Leinwand kreativ zu sein? Dann ist jetzt der Moment!


Schau‘, ob das Instrument noch Töne von sich gibt, pack‘ die Puzzleteile auf den Tisch und mach‘ daraus ein Familienereignis und bestell‘ Dir im Internet Leinwand, Farbe und Pinsel und tobe Dich so richtig aus. Alle Tätigkeiten, die uns begeistern und Freude bereiten, versetzen uns in einen ganz besonderen Geisteszustand, so beschreibt es Gerald Hüther, einer der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands. Es werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die auf die Neuroplastizität des Gehirns einwirken. Man fühlt sich also nicht nur gut, indem was man tut, sondern neurologisch beginnt ein Prozess der Potentialentfaltung. Gewisse Hirnareale beginnen sich neu zu vernetzen und auszudehnen. Daher ist das Nachgehen von Interessen und Hobbys abseits der bloßen Erwerbstätigkeit von so enormer Bedeutung. Denn nur im Zustand der Freude und Begeisterung werden die besagten Neurotransmitter aktiv.



Der Lockdown hält also trotz vieler Einschränkungen so einige Möglichkeiten für uns bereit, uns mental auszupendeln. Gelassenheit und Freude sollte bei allem, was wir in den nächsten Wochen tun, immer mit dazu gehören. Und: Natürlich viel Bewegung an der frischen Luft. Besonders, wenn Du ein Waldstück in der Nähe Deines Wohnortes hast. In der japanischen Medizin ist das "Waldbaden" als medizinisches Therapeutikum bekannt.


Bleib‘ körperlich und vor allem mental gesund!



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