Selbstwert & Selbstvertrauen

"Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, ist verglichen mit dem, was in uns liegt, von geringer Bedeutung."

Henry Stanley Haskins

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Jeder von uns kennt Gedanken des Selbstzweifels:

Bin ich gut genug?

Können das andere nicht viel besser?

Kann ich mich das trauen?

 

Solche Gedanken sind völlig natürlich und gesund, und führen zu einer  Selbstüberprüfung eigener Handlungsmuster oder Lebenskonzepte. Anders sieht es aus, wenn die selbstkritische Haltung zum intensiven Dauerzustand wird und die Entwicklung des eigenen Lebens lähmt oder gar behindert (ähnlich den negativen Glaubenssätzen, welche ich hier erläutert habe).

Die Ursachen eines fehlenden Selbstwertgefühls können sehr unterschiedlich sein und bis in die früheste Kindheit zurückreichen. Aber auch traumatische Ereignisse wie Mobbing oder existenzielle Schicksalsschläge können noch im Erwachsenenalter zu einem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit führen. Jans Joachim Maaz vertritt in seinem Buch „Die narzisstische Gesellschaft“ die These, dass aufgrund der Wirkungen von Nachkriegstraumata unserer Großeltern und Elterngenerationen gepaart mit der Institutionalisierung von Kindheit in Form früher Mutter-Kind-Trennungen durch Krippe und Kita, eine gesamtgesellschaftliche Selbstwertproblematik vorherrscht. In einem Klima der allgemeinen Lieblosigkeit, bemessen Ergebnisse, Zahlen und Fähigkeiten den Grad an Anerkennung und Zuwendung die ein Mensch erfährt.  Menschen mit einem ausgewogenen, möglichst realistischen und gesunden Blick auf den eigen Wert stellen demnach in einer auf Leistung ausgerichteten Gesellschaft eine regelrechte Ausnahme dar. 

 

„Ich bin nicht liebenswert“ oder "Ich bin nicht gut genug" sind aber psychologisch so tiefgreifende und existenziell bedrohliche Selbstbewertungen, dass sie im Prinzip nicht lange ausgehalten werden können. Daher entwickelt der unbewusste Geist sogenannte Kompensationsstrategien. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine solche Strategie, die Flucht in Ablenkungen (Sucht, Arbeit, Konfliktsuche) eine andere. Doch auch Formen von Lethargie und Depressionen können eine dramatische Folge sein. 

Unterschied zwischen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein

Die Begriffe Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein werden im allgemeinem Sprachgebrauch synonym verwendet. In der Psychologie grenzt man jedoch  beide Formen ganz klar voneinander ab. Ich gebe Dir ein Beispiel, an welchem der Unterschied deutlich wird: 

 

Was denkst Du? Aus welchem Satz spricht ein hohes Selbstwertgefühl, aus welchem Selbstbewusstsein?

  • "Ich backe den besten Apfelkuchen der Welt. Meine Freunde lieben ihn und kommen daher gerne zu mir."

  • "Meine Freunde mögen es einfach, mit mir zusammen zu sein." 

Das Selbstbewusstsein, man kann auch Selbstachtung sagen, schöpft sich aus eigenen erlernten Fähigkeiten oder Talenten, aber auch durch Besitz, Macht und Einfluss. Ich bin ein toller Mensch, weil...

Ohne ein "weil" bliebe von einem positiven Selbstbild nichts mehr übrig, da die Definition dessen nur im Außen erfolgt. Die über Jahre gewachsene Selbstachtung bleibt also nicht mehr als eine leere Hülle, eine Fassade, die bekanntlich sehr schnell zu bröckeln beginnen kann. Der Selbstwert ist wesentlich essenzieller: "Ich bin ein wertvoller Mensch, weil ich so bin wie ich bin". Zehre ich aus einem tiefen Vertrauen, dass ich als Mensch einen einzigartigen Wert verkörpere, bin ich nicht mehr getrieben, den Anforderungen unserer Gesellschaft in allen Aspekten gerecht werden zu müssen.

"Wer mit sich selbst glücklich ist, kauft nichts."

(Gerald Hüther)

Unser gesellschaftliches System ist nicht sonderlich interessiert daran, Persönlichkeiten zu fördern, die einen liebevollen Umgang mit sich selbst pflegen. Denn sie wären keine guten Konsumenten. Konsum ist eine essentielle Kompensationsstrategie in der Auseinandersetzung mit der eigenen innere Leere. 

Echtes gesundes Selbstbewusstsein setzt unweigerlich die Fähigkeit zur Selbstwertschätzung voraus. In der Beratung werde ich mit Dir gemeinsam Wege erarbeiten, einen liebevolleren Umgang mit Dir selbst zu finden. Du wirst erstaunt sein, welche Bereiche Deines Lebens davon langfristig profitieren werden. 

Selbstvertrauen I Selbstwert

Jeder einzelne der oben aufgeführten Punkte deutet auf ein vermindertes Selbstwertgefühl hin. Kannst Du auch nur eine Frage mit einem eindeutigen "Ja" beantworten, ist ein Handlungsbedarf Deinerseits anzuraten. Lass' Dich auf eine spannende Reise ein. Es lohnt sich und es ist nie zu spät, eine andere Perspektive auf sich selbst zu entwickeln. Lerne von innen heraus stark zu sein.

Was Du selbst für mehr Selbstwertgefühl tun kannst

1. Bewusstwerdung

Die Bewusstwerdung eigener Denkmuster ist der erste Schritt eines jeden Veränderungsprozesses. Allein‘ durch die Beobachtung, verliert ein Gedanke seine ganze Macht über Dich. Die neu gewonnene Freiheit kannst Du nutzen, um negative Glaubenssätze rational auf Herz und Nieren zu überprüfen. Zwei Übungen dazu habe ich Dir im Text "negative Gedankenmuster" bereitgestellt. 

2. Sich selbst wieder Vertrauen lernen

Das Selbstvertrauen ist für mein Empfinden ein sehr sympathischer Begriff und eröffnet, wörtlich genommen, einen weiteren Zugang zur Selbstwertschätzung. Sich selbst wieder vertrauen heißt, geplante Vorsätze oder auch ethischen Werte konsequent im Leben umzusetzen. Gelingt mir dies nicht, bin ich mir gegenüber auch nicht vertrauenswürdig. Hierbei ist es natürlich von besonderer Bedeutung, mit sehr kleinen Vorhaben zu beginnen, deren Erfolg sehr wahrscheinlich ist. Nimm' Dir beispielsweise vor, nach 19 Uhr nicht mehr an den Kühlschrank zu gehen, vor dem Frühstück ein Glas frischen Orangensaft zu trinken oder jeden Tag kalt duschen zu gehen. Es geht nicht um die Sache an sich, nur um den Erfolg, dieses Vorhaben einen Monat lang konsequent zu Verfolgen. Du kannst den Schwierigkeitsgrad nach und nach gerne erhöhen. Mit der Zeit wird es Dir immer mehr Spaß bereiten, neue Ziele zu verfolgen und erfolgversprechend umzusetzen.

3. Mal über sich selbst lachen

In der spirituellen Welt gilt Humor als das unvermittelte aufblitzen von Erleuchtung. Und tatsächlich mache ich immer wieder die Erfahrung, dass ein humorvoller Blick auf die Welt und auf sich selbst helfen kann, die Metaebene zu erreichen. Über sich selbst lachen können bedeutet, Distanz zum eigenen Ego aufzubauen und wertungsfrei zu beobachten. Das schafft nicht nur Erkenntnis, sondern befreit auch von der Last gegen seine Schwächen ankämpfen zu müssen. Was hast Du zu verlieren? 

4. Die Körpersprache bewusst ändern

Wie sich Deine Körperhaltung entsprechend Deines Gemütszustandes reagiert, hast Du bestimmt schon einmal bemerkt. Doch die Verbindung aus Geist und Körper funktioniert nicht nur einseitig. Eine bewusste Veränderung der Körperhaltung (Schultern nach oben, Brust nach vorne, aufrechte Wirbelsäule) verändert automatisch Dein inneres Befinden. Es geht gar nicht anders. Doch meistens vergessen wir diesen einfachen Mechanismus. Lass' es zu Deiner Gewohnheit werden, Deine Haltung vor dem Betreten Deiner Arbeit oder eines ersten Dates bewusst zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. 

Selbstvertrauen I Selbstwert

Wie ich Dir helfen werde

Im Rahmen meiner Beratung werden wir gemeinsam Deine konkrete Situation umfassend betrachten. Es ist nicht unbedingt nötig, die Ursachen Deines verminderten Selbstwertgefühls zu analysieren, wenngleich dies die Akzeptanz und das Verständnis für Dich selbst beträchtlich erhöhen kann. Das entscheidest Du ganz allein. Wichtig ist vor allem der Blick in Deine Zukunft. Dabei geht es in erster Linie nicht nur um eine neue Einstellung zu Dir selbst, sondern zum Leben an sich. Meine Aufgabe besteht nicht darin, Deine Denkmuster zu überprüfen oder gar zu widerlegen, denn dann wirst Du immer ein passendes Gegenargument parat haben. Es geht vielmehr um die Veränderung und Erweiterung des ganzheitlichen Denkrahmens. Wie schon Einstein  treffend formulierte: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." Ich werde Dich Schritt für Schritt bei diesem Prozess begleiten.

 

Anhand vieler Übungen und Methoden wirst Du lernen, aus der Ohnmacht auszusteigen und Dein Leben wieder in Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung zu gestalten. Dazu gehört der Umgang mit Niederlagen, genauso wie der realistische Blick auf Deine Erfolge. Das Leben ist im ständigen Fluss. Auch schöne und glückliche Momente werden zwangsläufig vergehen und nicht auf Dauer festgehalten werden können. Die Akzeptanz dieser Unwägbarkeiten des Lebens ist ein wesentlicher Schlüssel zu einem stabilen Selbstwert und einem sich aufbauenden authentischen Selbstvertrauen.  Selbstwertschätzung bedeutet, sich selbst zu lieben, bedingungslos. Nur durch eine liebevolle Beziehung zu Dir selbst, wirst Du in der Lage sein, auch eine gesunde, stabile und glückliche Beziehung zu Deiner Partnerin/ Deinem Partner, Deinen Kindern und allen anderen Menschen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.  

Durch das Lesen dieser Zeilen, hast Du den allerersten und vielleicht mutigsten Schritt bereits getan:

„Wer vor den Spiegel tritt, um sich zu verändern,
hat sich schon verändert.“

Seneca

Meine Buchempfehlungen zum Thema für Dich:

Ich freue mich auf Dich!

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